Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft 


 


So, meine Lieben Freunde, traget hinaus Eure warmen Herzen, in denen Ihr hier eingegründet habt den Grundsteine für die Anthroposophische Gesellschaft, traget hinaus diese warmen Herzen zu kräftigem, heilkräftigen Wirken in der Welt.

Rudolf Steiner
Das Schicksalsjahr 1923

Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft 

Fast überall auf der Welt gibt es heute Anthroposophische Gesellschaft. Sie bilden sich, wo Menschen mit einer geistigen Dimension des Lebens rechnen oder rechnen wollen. Diese Dimension kann als Gewissheit, Frage oder Sehnsucht auftreten. Anthroposophie ermöglicht die Wirklichkeit einer geistigen Welt zu erkennen und Lebensideale Wirklichkeit werden zu lassen.

Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie als moderne Geisteswissenschaft, sah sie als Entwicklung des Bewusstseins für die Menschenwürde. Je komplexer die gegenwärtige technische Zivilisation wird, desto entscheidender ist es, dass für den individuellen Menschen Raum geschaffen wird, das zu verwirklichen, was in seinen unverwechselbaren Möglichkeiten liegt:  

"In dem Momente, wo bei besonders wichtigen Erkenntnissen die Seelen vor Entzücken zerspringen möchten und freudig erregt werden von dieser oder jener Einsicht, dann erst, wenn solche Menschen sich als Anthroposophen fühlen, dann ist die anthroposophische Bewegung entstanden. Sie entsteht eigentlich als anthroposophische Bewegung im ganzen Menschen."

Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft
Goetheanum


 

Anthroposophische Leitsätze 

Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte. Sie tritt im Menschen als Herzens- und Gefühlsbedürfnis auf. Sie muß ihre Rechtfertigung dadurch finden, daß sie diesem Bedürfnisse Befriedigung gewähren kann. Anerkennen kann Anthroposophie nur derjenige, der in ihr findet, was er aus seinem Gemüte heraus suchen muß. Anthroposophen können daher nur Menschen sein, die gewisse Fragen über das Wesen des Menschen und die Welt so als Lebensnotwendigkeit empfinden, wie man Hunger und Durst empfindet.

Anthroposophie vermittelt Erkenntnisse, die auf geistige Art gewonnen werden. Sie tut dies aber nur deswegen, weil das tägliche Leben und die auf Sinneswahrnehmung und Verstandestätigkeit gegründete Wissenschaft an eine Grenze des Lebensweges führen, an der das seelische Menschendasein ersterben müßte, wenn es diese Grenze nicht überschreiten könnte. Dieses tägliche Leben und diese Wissenschaft führen nicht so zur Grenze, daß an dieser stehengeblieben werden muß, sondern es eröffnet sich an dieser Grenze der Sinnesanschauung durch die menschliche Seele selbst der Ausblick in die geistige Welt.

Es gibt Menschen, die glauben, mit den Grenzen der Sinnesanschauung seien auch die Grenzen aller Einsicht gegeben. Würden diese aufmerksam darauf sein, wie sie sich dieser Grenzen bewußt werden, so würden sie auch in diesem Bewußtsein die Fähigkeiten entdecken, die Grenzen zu überschreiten. Der Fisch schwimmt an die Grenze des Wassers; er muß zurück, weil ihm die physischen Organe fehlen, um außer dem Wasser zu leben. Der Mensch kommt an die Grenze der Sinnesanschauung; er kann erkennen, daß ihm auf dem Wege dahin die Seelenkräfte geworden sind, um seelisch in dem Elemente zu leben, das nicht von der Sinnesanschauung umspannt wird.

Rudolf Steiner: Anthroposophische Leitsätze

 

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